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Norma Delaney
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Junge im Koma

Ich muss Sie heute sehen“ sagte die aufgewühlte Frau. „Mein 18jähriger Enkelsohn wurde angeschossen.“ An meiner Tür stand eine kleine Frau, die ich schmunzelnd für mich die „Eier-Frau“ getauft hatte. Einen Monat zuvor hatte sie angerufen und gefragt „Sind Sie die Heilerin, die von Kryon empfohlen wird?“ Als ich ihr antwortete „Ja, ich bin die Person, die in deren Veröffentlichung genannt wird“ wollte sie mich treffen. I vereinbarte einen Termin mit ihr. Als sie eintraf, brachte sie ein Dutzend braune Eier von ihren preisgekrönten Hühnern. Durch ihre Worte und Taten wusste ich ganz genau, dass ihre Worte und Taten mich ehrten, indem sie einen ihrer Schätze mit mir teilte. Erst später sollte ich herausfinden welch großartige Ehrfurcht sie für das Leben empfand.

An diesem Tag stand sie unangemeldet an meiner Tür. Ich führte sie hinein. Als sie eintrat, erklärte sie hastig „David, mein Enkelsohn, öffnete Einbrechern die Tür, die ihn ausrauben wollten. Sie schossen ihm geradewegs in den Kopf und überließen ihn dem Tod. Er schaffte es 911 anzurufen bevor er zusammenbrach. Nun befindet er sich in einem Notfallcenter in San Francisco und wird operiert. Wir brauchen jetzt sofort Ihre Hilfe. Wir brauchen sehr viel mehr Hilfe als die Ärzte alleine gewähren können.“

Umgehend wurde ich von einer Welle von Energie überschwemmt, die ich liebevoll Spirit nenne. Sie haute mich wortwörtlich um auf meine Knie. Ich musste mich niedersetzen und in Meditation gehen. Ich atmete mich in meinen heiligen Raum, welche manche ihren meditativen Raum nennen und fand heraus, dass ich die tatsächliche Energie des OP’s fühlen konnte, in welcher gerade Davids Operation stattfand. Ich konnte nicht nur die Spannung in dem Raum fühlen, sondern auch die Schwere der Verantwortung der Chirurgen und Schwestern. Obwohl seine Großmutter und ich in San Diego waren und David in San Francisco, konnte ich mich durch die Liebe seiner Großmutter und der Bereitschaft zur Verbindung leicht mit ihm verbinden.

Das Gefühl der Schwere sagte mir, dass die Operation nicht gut verlief. Die Schwere war da, weil niemand der Anwesenden im OP daran glaubte oder wusste, dass David überleben konnte. Er hatte keine Entscheidung getroffen zu Sterben. Es war unbedingt notwendig, dass er sich daran erinnerte, dass er die Macht hatte jeden Schritt auf dem Weg zu wählen. Dies war wie ich ihm am besten helfen konnte.

Plötzlich floss Spirit durch mich in den OP wo David bewusstlos lag. Ich konnte fühlen, wie die Energie in dem Raum sich mit Hoffnung und Leben füllte und anstieg. Es war als ob der gesamte Raum erleuchtet und hochgehoben würde. Die Ärzte schienen tiefer zu atmen und die Schwestern bewegten sich erwartungsvoll. Die Chirurgen entfernten die Kugel von Davids Kopf erfolgreich. Dann induzierten  sie einen Tiefschlaf um die Schwellung im Inneren des Schädels so gering als möglich zu halten.

Als ich realisierte, dass David sich im Koma befand, wusste ich, dass er sich in der Dunkelheit verirren würde und das Licht dieser weltlichen Realität sehen müsste um seinen Weg zurück zu finden. Ich wusste, es war nun an der Zeit Großmutter ihre Aufgabe zu übertragen. Dies war sehr schwierig für mich, weil meine Anweisungen schienen – nicht einmal für mich – irgendeinem logischen Zweck zu dienen. Aber da ich wusste, wie genau Spirit alles verstand, vertraute ich ihm einmal mehr. Ich sagte ihr, sie sollte nach Hause gehen, drei Kerzen während der nächsten zwei Tage anzünden und die gesamte Zeit über drei Kerzen am Brennen halten. Sie sollte auch ihrem Sohn, Davids Vater, sagen, dass er sich seiner eigenen Traurigkeit und Angst nicht hingeben dürfe. Vielmehr solle er fröhlich sein, sogar Späße machen und jeden um sich herum zum Lachen bringen. Es musste so eine Überfülle an fröhlicher Energie um David herum sein, dass der junge Mann das Licht seiner Erdenfamilie finden und wieder zurück in sein Leben kommen konnte.

Zwei oder drei Tage später kam Großmutter wieder zu mir. Dieses Mal sagte sie „Ich möchte, dass Sie mit mir nach San Francisco fliegen um meinen Enkel zu sehen.“ Ich stimmte dieser Reise zu. Ein paar Tage später waren wir auf dem Weg. Der kurze Flug war ereignislos bis, plötzlich, während wir noch in der Luft waren, ich zu husten und würgen begann. Grußmutter sah mich an als ob ich verrückt wäre, aber ihr war bewusst, dass ich während des Fluges mit David und seiner Energie gearbeitet hatte. Während ich Energiearbeit mit dem jungen Mann machte, fühlte ich mich gewürgt. Ich wusste, dass David in ernsten Schwierigkeiten war. Als wir weiter mit ihm arbeiteten, begann er sich zu stabilisieren und mein eigenes Würge-Gefühl verschwand so schnell wie es gekommen war.

Wir rasten ins Krankenhaus. Mir war bis zu unserer Ankunft dort nicht bewusst, dass David im Standford University Hospital war. Ich hatte genau dieses Krankenhaus und diese Universität immer außerordentlich hoch geschätzt. Plötzlich war ich sehr nervös und aus der Balance. Was machte ich hier? Es war eine Sache, Menschen zu erlauben mich in meinem eigenen Heim Heilerin zu nennen, aber war etwas komplett anderes als Heilerin zwischen Ärzten und dem Personal eines so angesehenen Krankenhauses tätig zu sein. Es war außerordentlich demütigend für mich, mir zu erlauben überhaupt dort zu sein. Ich musste mit meinem Atemmuster arbeiten um die Kommentare meines Egos beiseite zu schieben. Wieder einmal wurde klar, dass Spirit und ich sich darauf zu konzentrieren hatten ich selbst zu sein und zu tun wozu ich gekommen war.

David lag in seinem Krankenhausbett, angeschlossen an jede nur erdenklich Maschine. Wir fanden heraus, dass die Ärzte kürzlich einen Schlauch aus Davids Hals entfernt hatten, genau zu der Zeit als ich die Würge-Gefühle hatte. Offensichtlich war diese Prozedur außerordentlich schmerzhaft und sie mussten Davids Handgelenke am Bett festbinden, damit er nicht um sich schlug. Dies erklärte, warum meine eigene Kehle während des Fluges so heftige Schmerzen empfand. Großmutter verstand nun auch mein ungewöhnliches Würge-Verhalten. Sie lächelte und drückte meine Hand. Wir wussten noch nicht, dass diese festgebundenen Handgelenke buchstäblich mein Leben retten würden.

Großmutter hieß alle anderen das Zimmer zu verlassen. Ich war alleine mit diesem jungen Mann, der an mehr Geräte und Maschinen angeschlossen war, als ich je zuvor in meinem Leben gesehen hatte. Es sah aus wie am Set von „Emergency Room“. Die Ärzte hatten sein Blut verdünnt und Medikamente gegeben, die ihn in ein künstliches Koma versetzten, sodass sein Gehirn nach der Operation nicht anschwellen würde. Sie waren von vorne in den Schädel eingedrungen um die Kugel und Knochensplitter zu entfernen. Die Kugel war im Hinterkopf stecken geblieben. Dann hatten sie den Schädel wieder zusammengesetzt und seine Kopfhaut zusammengenäht. Jetzt befand er sich in Tiefschlaf. Während ich mir das alles ansah, fühlte ich eine riesige Welle von Liebe und Dankbarkeit für alles was diese wunderbaren Mediziner für ihn getan hatten.

Ich begann meine Energie mit Davids zu verschmelzen indem ich mich seinem Atemmuster anpasste. Bald eröffnete sich mir eine starke Wahrnehmung davon, wie er sich in diesem dunklen Schlafzustand fühlte. Während ich begann meine Energie seiner anzupassen, stimmte ich auch unseren Atem stärker aufeinander ab, bis er und ich Eins wurden. Anfangs wusste ich nicht, ob er sich dessen bewusst war. Es war wichtig für mich,  David dort energetisch zu treffen, wo er sich befand. Ich musste dorthin gehen, wo die Dunkelheit seines friedlichen Komas begann oder endete. Durch meine Bereitschaft ihn im Raum des Komas zu finden, konnte ich mich mit ihm durch die Energie meines mit Spirit verbundenen Atems verbinden. Mit ihm atmend konnte ich ein Licht werden, das seine Dunkelheit erleuchtete, dies weil ich aus bewusster Entscheidung heraus dort war. Als ich mich seinem Atem anpasste und mit ihm atmete, begann David sich zu entspannen und sich in einen komfortableren Zustand zu bewegen. Während er mein Licht beobachtete, übernahm ich die Führung im Atmen. Spirit und ich fingen an ihn aus seinem Koma heraus  und zurück in seine Wach-Realität zu führen. Glücklicherweise ist mein tiefgreifendes Vertrauen in Spirit so klar, dass ich nicht wissen musste was als nächstes passieren würde.

Genau zu diesem Zeitpunkt trat der Arzt ins Zimmer. Er wollte wissen wer ich war. Ich sagte „Ich bin eine Freundin der Großmutter und die Familie hat mich gebeten hierher zu kommen. Ich bewege nur Energie. Ist es in Ordnung, wenn ich hier bin? Ich atme nur mit ihm.“

Der Arzt meinte „Ich denke schon, es kann ja nicht schaden.“ Und dann ging er raus.

Einen großen Teil unserer gemeinsamen Zeit verbrachten wir nur atmend und atmend. Bald wurde alles heller und heller. Ich nahm wahr, dass er begonnen hatte dem Licht zu folgen. Dies erlaubte mir ihn aus der Dunkelheit hinaus zu führen. Allerdings als er mir aus der Dunkelheit hinaus folgte und seine Augen öffnete, was sein bewusster Verstand noch immer in dem Moment in welchem er angeschossen wurde. Folglich war er wütend. Er holte aus und versuchte mich zu attackieren. Er wollte den Kerl der auf ihn schoss, aber ich war die einzige Person mit ihm in dem Zimmer. Ich war so in die Energie zwischen uns vertieft, dass ich nicht einmal auf die Idee kam Angst zu haben.

Glücklicherweise war David noch immer von der Entfernung des Schlauches aus seiner Kehle festgebunden. Ein verängstigter 18jähriger junger Mann, der um sein Leben kämpft, kann ziemlich heftig und bedrohlich sein. David schlug weiter nach dem Einbrecher aus. Ich sprach mit einer beruhigenden Stimme zu ihm, verstärkte und stabilisierte meine Stimme während ich sprach. Ich wurde sehr fest und stark, versicherte ihm sein Angreifer wäre weg, er sei nun sicher und er wäre hier ganz alleine mit mir. Ich konnte fühlen, wie er näher und näher kam, aus dem Koma auftauchte, mir direkt in die Augen sah, sich verband und im Jetzt-Moment war.

Ich fühlte und hörte wie Davids Atem sich stabilisierte. Ich beobachtete alle Anzeigen; Messgeräte und Ziffern auf den diversen Maschinen begannen sich zu verändern. Nach einer Weile, als David sich noch weiter stabilisiert zu haben schien und die Anzeigen sich nicht mehr änderten, hieß ich ihn Willkommen zurück und sagte ihm, dass seine Familie überglücklich wäre ihn zu sehen. Ich sagte „Du warst auf einer langen Reise, kommst gerade aus deinem Koma zurück in diese Realität. Jetzt hätte ich gerne, dass du zu einem Ort gehst, den du als normalen, erholenden Schlaf kennst. Das ist anders als dein Koma. Ich möchte, dass du dich ausruhst und ich möchte, dass du jetzt wieder stabil wirst.“ Ich begann unseren Atem in ein Muster zu bringen, welches Schlaf veranlassen würde.

Als er mit mir atmete und begann weg zu driften, bekam er plötzlich große Angst, dass er wieder in die Dunkelheit des Komas zurückgehen würde. Ich versicherte ihm „Wir werden nicht in ein Koma gehen, dies ist eine andere Dunkelheit, bleib einfach bei mir.“ Durch Konzentration und mein energetisches bei-ihm-Bleiben indem ich mich seinem Atem anglich, begann er sanft in einem natürlichen Schlafmuster zu atmen. Ich versicherte ihm, dass seine Großmutter, sein Vater und ich etwas später wieder zurück sein würden um ihn zu sehen, aber jetzt müsse er ein kleines Schläfchen halten.

Sobald David friedlich schlief, suchte ich seine Familie. Sie waren sehr besorgt und benötigten etwas  Beruhigung. „Wissen Sie“ sagte ich „Ich denke es wäre gut für uns, wenn wir uns ein Mittagessen genehmigen würden.“ Also gingen wir alle, sein Vater, Freunde, Großmutter und ich. Sie waren überwältigt, dass er aus dem Koma war und schließlich konnten sie etwas entspannen und eine Kleinigkeit essen. Sie verfielen sogar in ein gemütliches Plaudern. Wieder einmal konnte ihre Liebe und ihr Licht strahlen. Ich wusste, das war genau das, was für sie und auch für David zu diesem Zeitpunkt notwendig war. Heilung fand auf so vielen Ebenen statt.

Als wir vom Mittagessen zurückkamen war David nicht in seinem Zimmer. Er war soweit stabilisiert, dass er die Überwachungsstation verlassen konnte. Voller Freude eilten wir zu seinem neuen Zimmer. Seine Großmutter sagte „Hi David. Ich bin hier um dich zu besuchen.“

David öffnete seine Augen. Es schien, er fokussierte klar. Er sah seine Großmutter an und sagte „Hi Grandma!“ Es war ein großartiges Geschenk. Sehr bald sprach er mit jedem und verkündete, dass er sich ziemlich gut fühle. Wir versicherten ihm, dass es für ihn wichtig wäre im Krankenhaus zu bleiben und Kraft zu tanken. Somit wussten wir, dass wir guten Gewissens gehen konnten.

Bei der Visite am nächsten Tag sagte David „Ich fühle mich um so viel besser, ich würde jetzt gerne aufstehen.“ Er stand aus dem Bett auf, stellte sich vor den Arzt und sagte „Ich fühle mich wirklich gut. Wie bald kann ich nach Hause gehen?“ Er wurde ein paar Tage später entlassen.

Als David verabschiedet wurde, sagte der Arzt zu seiner Großmutter „Ich hatte keine Hoffnung für ihn. Es gab nichts, was ich für ihn tun konnte. Ich habe keine andere Erklärung, außer dass Sie ein Wunder sehen.“

David hat nun auf einer Universität inskribiert und möchte sein Studium beenden, das durch den Eindringling mit der Pistole unterbrochen wurde.

So arbeiten Spirit und ich. Ich begleite Menschen durch Traumata, oder weg von alten Traumata an welchen sie sich festklammern. Ich bleibe bei ihnen bis sie wieder in diese Realität zurückkehren. Ich helfe ihnen dabei, diesen Raum in ihnen zu öffnen, der verwundet wurde. So wie David, kommen einige nur für eine kurze Zeit zu mir, sodass ich mit ihnen aus der Dunkelheit hinaus gehen kann, sie aufrecht hinstelle und sie wieder auf die Beine bringe. Dann machen sie weiter und leben ihr eigenes Leben ohne Hilfe. In einigen Fällen waren mehrmalige Treffen notwendig. Jedes Individuum ist so großartig erschaffen, ihre Integration ist einzigartig. Ich bin für den Klienten nur ein Wegweiser oder Brückenbauer zurück in diese Zeit und in diesem Raum. Gemeinsam können wir, Spirit und ich, viel mehr machen als wenn ich anfange zu glauben, dass ich alles alleine machen könnte. Nur die Großartigkeit von Spirit kann heilen.

* * *

Übersetzung: Edith Breckner